Mein erster Blogeintrag

Hallo Leute,

dies hier mein erster Blogeintrag, dem hoffentlich noch diverse folgen werden.

Heute möchte ich mal eine Frage an alle Eltern in den Raum werfen: Spielt ihr mit euren Kindern das klassische Rollenspiel?

Ich plane im Moment mit Maxi- (12) und Midikid (9) Beyond the Wall zu testen. Da ich davon überzeugt bin, dass es ein ganz gutes System für Einsteiger und somit auch für meine Kinder sein könnte. Mit Maxikid habe ich schon zweimal Star Wars: Am Rande des Imperiums gespielt und das hat eigentlich gut funktioniert, auch wenn Maxikid immer alles mit Gewalt lösen wollte.

Nun ist mir bei meinen Überlegungen zum Rollenspiel mit Kindern, einmal aufgefallen, dass keine wirklichen Kinderrollenspiele, zumindest auf Deutsch, gibt. Diesem Umstand kann ich nicht wirklich nachvollziehen, da doch selbst die Nerds von heute Kinder haben und auch einiger Verleger schon in die Elternrolle geschlüpft sein müssten.

Natürlich gibt es auch noch Fate Core Elementary von der wunderbaren Judith Vogt, welche diesen Fate Core Ableger, extra für ihre Kinder entworfen hat. Tolle Sache, aber irgendwie fehlt mir noch ein Buch mit coolen Extras, mit welchem man die Kinder anfixen kann.

Vielleicht übertreibe ich es auch und bin viel zu verkopft, wenn um das Thema Rollenspiel geht. Was sind eure Ansichten??

Ein kleine Anekdote von einem freestyle RPG welches ich mit Maxikid (damals vier oder fünf) gespielt habe. Das System war sehr simpel, wenn etwas gemacht werden sollte, wurde 1W6 geworfen, bei einer 1-3 war ein Fehlschlag, ansonsten ein Erfolg. Maxikid war als Ritter unterwegs und traf auf einen Bauern, welcher von einem Drachen gestriezt wurde, dieser Drache musste nicht bekämpf werden, aber Maxikid war damals schon auf Krawall gebürstet und tötete den Drachen.

Auf dem weiteren Weg traf der Ritter dann einen weiteren Drachen, welcher seine Frau suchte bzw. den Mörder seiner Frau. Was macht Maxikid? Sie sagt ganz eiskalt und trocken:“Ja, das habe ich gesehen, dass waren die Bauern dahinten.“ Im ersten Augenblick wusste ich gar nicht was ich darauf antworten sollte. Auf jeden Fall war der Drache einen Würfelwurf später davon überzeugt, dass die armen Bauern seine Frau getötet hatte und flog dahin um diesen Bauern mal so richtig einzuheizen.

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7 Gedanken zu „Mein erster Blogeintrag

  1. Papierheldin

    Hallöchen 🙂

    ein wirkliches Kinderrollenspiel kenne ich auch nicht ^^

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass Plüsch, Power & Plunder durchaus mit Kindern spielbar ist. Zumal sie ja auch Plüschtier-Teepartys im Kinderzimmer feiern.
    Möglicherweise sind aber Teddys nicht mehr cool genug 😉

    Je nachdem wie viel Bezug die Kinder zu einem bestimmten Genre haben, kann man sicherlich auch ein passendes System runterbrechen.. oder man taucht einfach in einem Erzählspiel in eine „bekannte Welt“ ein. Wie wäre es zum Beispiel mit Sebastian in ‚Die Unendliche Geschichte‘ einzutauchen und dort Abenteuer zu erleben?

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    1. The_Nathan_Grey Autor

      Hallo,
      es gibt auf Englisch halt einige Kinderrollenspiele.
      Aber natürlich hast du auch recht mit dem, dass man einfach ein System runterbrechen kann und dieses dann nutzt.
      Ich denke mit Beyond the Wall könnte es gut funktionieren, da es auf der einen Seite LowFantasy mit Feen usw. ist und auf der anderen Seite die Charaktere von klein auf erschaffen werden und natürlich das System auch sehr einfach ist.
      Ich werde versuchen es am WE mal zu testen und wenn es geklappt hat schreibe ich hier dann was dazu.

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  2. Sal

    Das Thema kommt ja in Foren, bei Facebook und bestimmt auch anderweitig regelmäßig auf. Aus meiner Sicht und als Fazit der endlosen Diskussionen wundere ich mich nicht darüber, dass es keine Kinderrollenspiele gibt. Was soll denn ein Kinderrollenspiel bitte sein?

    Regelleicht, als ob es nicht bereits ausreichend Rollenspiele mit den unterschiedlichsten Komplexitätsgraden gäbe?

    Die passenden Regeln werden ja nicht unmittelbar durch das Alter beschränkt, sondern die Mathekenntnisse und –Fähigkeiten des Kinds. Daher sehe ich nicht wirklich, was Regeln kindgerecht macht. Im Alter spielt man ja auch nicht automatisch die dicken Regelwerke.

    Dann vielleicht das Setting, weil ein Rollenspielsystem aus Regeln und Setting besteht?

    Gehen wir mal einen Schritt zurück: was macht im Grunde jedes Kind ziemlich früh, wenn es spielt? Geschichten erzählen! Egal ob die Püppchen in der Teestube, Legofiguren oder während sie mit Freunden im Garten/Wald/Wohnzimmer toben.

    Bei meinen Brüdern bedeutet das, dass sie noch nicht mal in der Grundschule waren, da ist jeder von ihnen ungezählte Male mit den Stöckchen- oder Fingerpistolen und –Gewehren des anderen erschossen worden, da haben sie sich mit Schwertern angegriffen, Raumschiffe zerstört und vieles mehr.

    (Und auch wenn ich ein sehr schüchternes Kind war: ich müsste mich schwer irren, wenn ich nicht spätestens in der Grundschule ähnlich drauf war.)

    Ich glaube, wirklich eine echte (Gewalt-)Grenze gibt es für Kinder nicht, die sie nicht selbst schneller einreißen, als die älteren glauben. Dort können die Eltern und Älteren lediglich an ihren Beschreibungen arbeiten und wie detailgetreu die sein müssen, wenn das Kind schnell Alpträume gibt, welche Themen, wie das Monster unter dem Bett und „erwachsene“ Tabus, vielleicht ausgespart werden müssen usw.

    Auch das hängt nicht unmittelbar am Setting, sondern das hängt eher am Spielleiter und daran, was dieser zulässt und vorbereitet.

    Von daher meine These: es gibt kaum Rollenspiele explizit für Kinder, weil es diese im Grunde nicht braucht. Es braucht vielmehr Leute, die die Abenteuer altersgerecht anpassen und das ist oft deutlich weniger schonend als manche älteren Rollenspieler glauben.

    In diesem Sinne würde ich mir keine Sorgen machen. Wenn Deine Kids Im Zahlenraum bis 20 und ein bisschen gut rechnen können, klappt das bestimmt gut – außer Du wählst das Abenteuer ungünstig oder verschreckst sie mit zu gruseligen Beschreibungen. Wo die Grenzen sind solltest Du besser als die meisten anderen kennen. (Und wenn nicht kann Dir auch kein Leser mehr helfen 😉 )

    Wünsche viel Spaß, weniger Sorgen sowie einen Bericht und hoffe, dass Dir mein Kommentar weiterhilft.

    Liebe Grüße
    Sal

    PS: Wir sollten Kinder ernst nehmen und ihnen auch etwas zutrauen – wenn wir ihnen nichts zutrauen, dann nehmen wir sie auch nicht ernst. Dieser Reflex bei Kinderrollenspielen auf etwas wie PP&P auszuweichen, finde ich schrecklich. Ich glaube, das ist nicht kindgerechter als andere Rollenspiele auch.

    (Im Gegenteil vermute ich sogar, dass das eher die älteren Spieler anspricht, die mal Lust auf etwas Anderes haben – so ähnlich, wie beim My Little Pony TCG, von dem ich mir habe sagen lassen, dass egal, wie kindlich das zu sein scheint, die durchschnittlichen Spieler graue Haare haben, 40+ und männlich sind.)

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    1. The_Nathan_Grey Autor

      Es war auch eher gemeint, dass ein Rollenspiel fehlt welches von der Aufmachung her eher für Kinder ist. Klar gibt es schon Spiele mit unkomplizierten Regeln, Numenera z.B. finde ich sehr unkompliziert.
      Ein Spiel mit schöner Kindgerechter Aufmachung und Numenera Regeln würde ich sofort kaufen.
      Seihen wir doch mal ehrlich so sehr ich auch auf grim und gritty stehe und die tollen Bilder in den Büchern abfeiere aber Kindgerecht ist was anderes.

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      1. Sal

        Dann habe ich Dich etwas falsch verstanden.

        Auch bei so etwas wie Illustrationen würde ich halbwegs entspannt drangehen. Natürlich mögen die düsteren Settings gerne mal mit überzogener Gewaltdarstellung aufwarten. Allerdings kenne ich kaum Rollenspielbücher, die ich für Kinder wirklich schlimm finde. In der Regel reduziert sich die Darstellung ja auf irgendwelche Posen, Landschaften (Stadt/Land) und wenn Kampfsituationen dargestellt werden, bleiben sie in der Regel auch recht blut- und gedärmearm.

        Selbst Degenesis habe ich gerade kurz durchgeblättert und nur ein Bild gefunden, das einem empfindsamen Kind vielleicht Angst machen könnte. Ansonsten sind da viele Typen mit Gasmasken, ein paar mehr oder weniger stilisierte Totenschädel und s/w Kampfdarstellung, ohne ein Übermaß an Verletzungen.

        Ich denke auch da, braucht es nicht wirklich eine kindergerechte Aufmachung, sondern eher die Empathie der Eltern, wie viel man dem Kind zumuten kann. (In meinen Augen etwas erschwert dadurch, dass ein paar komische Vorstellungen darüber kursieren, was kindergerecht ist.)

        Ich habe auch gerade mal geschaut, wenn ich mich beim kurzen Blick bei Wikipedia nicht irre, liegt die Altersfreigabe der Star Wars Filme bei 12 (6 für Die Dunkle Bedrohung). Das sind die Weltraum-Fantasy-Film, wo Leuten Körperteile abgeschlagen werden, wenn sie nicht sogar in der Mitte zerteilt werden, Tausende mehr oder weniger unschuldige Menschen sterben, weil sie das zu viel Angst hatten, sich gegen die Festanstellung auf Todesstern I, II, III zu wehren usw. (Wobei zugegebenermaßen Letzteres vielleicht sehr abstrakt bleibt.) Den Tod von Anakins Mutter finde ich auch ziemlich drastisch. Von Anakin gibt es während seiner Wandlung zu Darth Vader auch einige ziemlich gruselige Bilder von seinem arm- und beinlosen Körper, seinen Verbrennungen usw.

        Das ist zwar alles kein Beweis, dass es keine kindergerechten Rollenspiele braucht, aber ich glaube nicht daran. (Mein kleiner Bruder hat die ganzen Star Wars Filme spätestens mit 8 gesehen, die ersten Filme eher noch früher und ist immer noch sehr goldig – außer wenn er bockig ist natürlich 😉 ) Ich bin davon überzeugt, dass mehr Einschränkungen in unserem Kopf bestehen als in der Realität. (Stichwort individuelle Empathie: Meine Schwester hingegen hat sich noch ziemlich spät hinterm Sofa versteckt, wenn sich im Film jemand geküsst hat oder die Musik dunkler oder bedrohlich wurde.)

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      2. The_Nathan_Grey Autor

        Das Interessante an Kindern ist ja, dass sie von ganz anderen Sachen getriggert werden als Erwachsene. Da können Sachen die für einen Selbst nicht schlimm sind, für das Kind grauenvoll sein.
        Aber natürlich stimme ich dir zu, dass es von Kind zu Kind und von Eltern zu Eltern unterschiedlich ist.

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  3. Sal

    Wenn wir ehrlich sind, ist das bei Erwachsenen aber auch nicht anders: was sie triggert, kann ja auch sehr unterschiedlich sein. (Ich habe es durchaus schon erlebt, dass bereits das mehrfache Erwähnen von Spinnen problematisch sein kann, was ich nicht unmittelbar nachvollziehen kann. (Andererseits kann ich auch nichts über OPs lesen, ohne das Gefühl zu haben, dass jemand mit dem Skalpell an mir herumschneidet.))

    Ich plädiere ja auch nicht dafür, Kinder wie Erwachsene zu behandeln, sondern lediglich dafür, dass es keine „Kinderrollenspiels“ braucht. Ohne nachzuschauen, ich habe es bestimmt schon erwähnt: viele erzählen ja immer wieder, dass sie selbst mit 12-14 in den 80ern/90ern angefangen haben mit Rollenspiel, DSA, DnD, SR – ohne dass es Kinderausgaben gegeben hätte.

    Wir sollten ihnen lediglich mehr zutrauen als PP&P u.ä. – wie viel das ist, müssen die Eltern einschätzen. Aber ich glaube, dass sie dabei gerne mal zur übertriebenen Vorsicht neigen.

    : )

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