Ablenkungen am Tisch

Was mir bei meinen letzten beiden Spielrunden aufgefallen ist, ist dass es mir anscheinend schwer fällt meine Spieler an die Geschichte zu fesseln.
Wir haben Savage Worlds Ripper gespielt und zwar den Anfang der Ploitpoint Kampagne den ich mit einem Zigeunerlager noch erweitert habe.

Leider ist die Gruppe nicht voran gekommen, es wurde viel rumgealbert (das alte Problem) und irgendwie fühlte es sich sehr unbefriedigend an.
Gut ich muss zugeben, dass ich nicht wirklich viel vorbereitet habe, was auch daran lag das die erste Sitzung eher suboptimal gelaufen ist. Dadurch das ich aber nicht soviel vorbereitet hatte, ist zwei Runde auch eher schlecht gelaufen und eigentlich habe ich keine Lust eine dritte Runde zu spielen. Ein Teufelskreis also, der anscheinend meine beiden Runden erfasst hat und welcher anscheinend nur auftritt wenn ich Spielleiter bin und mein guter Kumpel (mit dem ich Rollenspiel mehr oder minder angefangen habe) nicht dabei ist.
Vielleicht liegt es auch teilweise an meinen Spielern, die gar nicht wissen wieviel Arbeit des Leiten sein kann und sich darum keine Gedanken machen. Ich weiß es nicht

Nun habe ich mir für meine 13th Age Runde überlegt, ich werde einen Softreboot vornehmen, alles was am letzten Spielabend passiert ist, wir gelöscht die Spieler fangen mit ihren Charakteren bei Null an (was ja nicht soweit von der aktuellen Situation entfernt ist) und wir starten neu.
Die Idee ist, ich werde ihnen von der Elfenkönigin den Auftrag erteilen lassen, ein Dorf wieder aufzubauen. Sie sollen sich um das Dorf kümmern und es erweitern und durch ihre Taten neue Siedler anlocken. Da alle Elfen oder Halbelfen sind, passt dies ganz gut. Dafür werde ich die altbekannte Karte nutzen, die Ortschaften ein wenig umändern und sie somit in die Lage bringen, dass sie Entscheidungen treffen müssen.

Was ich mit meiner anderen Runde weiß ich noch nicht, vielleicht beschränken wir uns Zukunft einfach auf Beyond the Wall wo ich nicht Spielleiter bin. Mal sehen.

Was mir grade auffällt und vielleicht der Kern des Problems sein könnte, ist dass ich ein großer Fan von Playerempowerment bin.
Ich finde die Idee toll, dass die Spieler sich einbringen und so die Welt erweitern, vielleicht wollen meine Spieler aber einfach einen roten Faden an dem sie sich von Kampf zu Kampf hangeln und wo ich als mehr oder minder Zugführer den Weg angebe. Wenn dies der Fall sein sollte, dann werde ich mit meiner obigen Idee einer schönen Sandbox mit der Stadt der Helden als Dreh- und Angelpunkt wahrscheinlich schön auf die Fresse fliegen.

Egal wie es ausgeht, ich werde euch auf dem Laufenden halten und berichten wie es weiter geht.

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7 Gedanken zu „Ablenkungen am Tisch

  1. belchion

    Eine Sandbox-Kampagne erfordert eine andere Art Vorbereitung als eine plotgetriebene Kampagne, das bricht vielen Runden das Genick. Anspielbare Geheimnisse, Rätsel und Konflikte müssen z.B. deutlich offensichtlicher sein als bei klassischen Kampagnen. Du beschreibst in deinem Blog nur, dass du deine Karte mit Ortschaften hast, aber die sind für eine Sandbox gar nicht so wichtig. Viel wichtiger sind NSC, mit denen die Spieler interagieren wollen, und ein Angebot verschiedener Konflikte, Aufgaben und Rätsel, mit denen man direkt etwas anfangen kann. Es dauert meiner Erfahrung nach mehrere Sitzungen, bevor sich eine Gruppe in einem Sandbox-Hintergrund ausreichend sicher fühlt, um sich aktiv einzubringen.

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    1. The_Nathan_Grey Autor

      Danke für die Hinweise, bisher habe ich wirklich nur die Ortschaften und so eine handvoll NSCs. Da wir vermutlich aus gesundheitlichen Gründen nicht spielen werden, werde ich meine Energie nun darauf verwenden interessante NSCs zu bauen welche dies SCs dann zu Tipps, Aufgaben usw. zu den verschiedenen Ortschaften geben können. Wobei die NSCs in meinen Augen noch nicht so zahlreich sein sollten, da sie sich in Gebiet begeben, welches sie nach und nach erschließen sollen und so Informationen und auch Unterstützung erhalten sollen. Also ähnlich wie die Königsmacher Kampagne für Pathfinder.

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      1. belchion

        Du brauchst gar nicht so viele NSC, wenn die Spieler einen Anreiz haben, sie immer wieder anzusprechen. Es hilft auch, die NSC nach und nach einzuführen, indem einige der Hinweise der Anfangs-NSC zu weiteren NSC führen.

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  2. Sal

    Player Empowerment ist, glaube ich, ein riesiges Problem. Ich glaube, die echte Zahl der Spieler, die damit etwas anfangen können, ist deutlich geringer als die Zahl derjenigen, die davon tönen, wie wichtig ihnen das sei. Meiner Erfahrung nach verstehen die Spieler darunter eher, Freiheiten zu haben, wie sie ein vorgegebenes Problem lösen und das Ziel erreichen, als dass sie eigene Ziele einbringen und aktiv auf diese zuarbeiten.

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  3. Schreckse

    „Menschen interessieren sich für die Geschichten von Menschen“

    Orte und als so ein Kram sind meist sehr uninteressant, wenn diese Dinge nicht mit Personen in Kontakt oder Verbidnung stehen. Ich habe das damals so gemacht oder mache es immer noch so, dass ich mir Bilder aus dem WWW suche und diese mit eindringlichen Namen versehen. Der Angfangsbuchstabe und der Klang muss sich unterscheiden, man hat also gut 26 minus Helden mögliche NSC zu Verfügung 😉 Ja und dann fängt man an jeden NSC mit drei (!) kurzen Sätzen oder Aspekten, wie es bei FATE heist, zu versehen. Jetzt hast du ne grobe Vorstellung vom Ork Krasck (http://www.moddb.com/groups/orc-clan-and-orcs-fan-group/images/orc-shaman2) und die Spieler können sich fragen, warum hat der Flügel? Was will er? Oder die Spieler finden den doof, dann nächster NSC. Der Witz hierbei ist, dass man selber Dinge total langweilig finden kann, aber andere eben nicht. Also rauf auf die Platte und wo die Spieler anbeißen geht es weiter…

    ABER

    Das Aber ist echt blöd, aber 😉 muss sein. Das klappt nur, wenn deine Spieler _wirklich_ eine Geschichte _selber_ erleben möchten. Viele Runden treffen sich (in der Reihenfolge): Um sich zu treffen, um miteinander Spaß zu haben, was zu erleben, aktiv was zu machen. So wie es aussieht wird deine Runde von deinem Freund getragen, der die Runde voranbringt und der Rest macht mehr passiv mit. Das ist alles super okay, aber ihr müsst euch einigen was ihr wollt. Railroadabenteuer sind super für Spieler, die das wollen. Sobald man nicht weiter kommt, kommt der NSC und hilft. Je weniger Zeit man hat, desto weniger möchte man vielleicht als Spieler alles planen…

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  4. Pingback: Die große Spielerumfrage | The Familynerd

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